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Kennen die Wachstumszahlen von Full-Size-Wakeparks nur eine Richtung?

Ja, Wakeboarden wächst – das belegen die Zahlen aus der Inside-Wake-Datenbank. Doch wie groß ist das Wachstum genau? Unser Anspruch ist es diese Frage aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder auch zahlenbasiert zu beantworten. Für diesen Newsletter haben wir uns konkret angeschaut, wie viele Full-Size-Wakeparks in den vergangenen elf Jahren (2010-2020) neu gebaut worden sind.

Wie schon bei den vorangegangenen Ausgaben waren wir selbst sehr gespannt auf die Auswertung unserer gesammelten Daten, die eine Menge über den Sport und dessen Entwicklung aussagen. Deshalb ohne viel Herumgerede – hier findest du die Wachstumszahlen der letzten Jahre:

Augenscheinlich waren die Jahre 2013 (30 neue Standorte) und 2016 (28) besonders ergiebig für den Wakeboard-Sport. Auch in den unmittelbar angrenzenden Jahren wurden fleißig Cable-Parks gebaut. Auf die Hochphase folgte in den Jahren 2018 und 2019 jedoch ein deutlicher Einknick, ehe der Wachstumstrend 2020 wieder nach oben zeigte. Doch wie sind diese Zahlen jetzt zu werten? Und überraschen sie dich?

So lassen sich die Wachstumszahlen interpretieren

Würde man noch stärker herauszoomen und nicht nur die Zahlen der letzten elf Jahre betrachten, würde man erkennen, dass es immer mal wieder besonders intensive Zeiten mit vielen Wakepark-Neubauten gab – und eben auch solche Zeiten, die auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirken mögen.

Ja, die Zahl an Neubauten steigert sich nicht konsequent von Jahr zu Jahr. Die Wakepark-Landkarte füllt sich nicht exponentiell mit immer neuen Standorten. Aber wir sprechen schlussendlich immer noch von positiven Wachstumszahlen, die auch nicht von negativem Wachstum in Form vieler Geschäftsaufgaben aufgefressen werden. Wakeboarden wächst.

Die Schwankungen sind mit vielen externen Begleiterscheinungen zu erklären. Wakeparks werden in der Regel nicht innerhalb eines Jahres projektiert und gebaut – meist handelt es sich um Planungszeiträume, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Genehmigungsrechtliche, wirtschaftliche und politische Rahmenfaktoren haben einen einen starken Einfluß auf die zeitlichen Entwicklung. Vermutlich haben sich also in den Spitzenjahren auch Projektumsetzungen angestaut, die schon einige Zeit auf der Straße waren. Folglich könnte es sich bis zu einem gewissen Grad in den Jahren 2013 und 2016 auch um Zufallshochs handeln.

Wir haben zu diesem Gedankenspiel auch Sven Fahrenholz, Head of Sales bei Rixen Cableway, befragt:

„Diese Effekte können wir absolut bestätigen. Bei der Entstehung von Full-Size-Cable-Projekten gibt es Aufschaukel- und Aufstauungseffekte – aber auch andere Faktoren. Lokal gesehen sind in Frankreich zum Beispiel in Jahren von Bürgermeisterwahlen Projekte nach hinten geschoben worden. Aber auch globale Entwicklungen, wie beispielsweise die Russlandsanktionen, haben Länder über mehrere Jahre unerreichbar gemacht. Desweiteren sind Projekte manchmal von Tourismus-Fördertöpfen abhängig, wodurch sich wiederum aber auch neue Märkte öffnen können.”

Bei Inside Wake glauben wir auch, dass Cable-Wakeboarden in den Jahren 2012-2016 als Sport eine starke Hochphase hatte. Es gab in diesem Zeitraum viele reichweitenstarke Events, begeisternde Medienformate, große Sponsoren und eine sehr kreative, lebendige Community. Wake The Line, Rising High, The Debut und andere Projekte wirkten fesselnd und inspirierend. Gewissermaßen reflektierten die vielen Wakepark-Bauten in diesen Jahren deshalb wohl auch die hohe Dynamik des Sports.

Und ein weiterer Punkt sei erwähnt: Unmittelbar im Anschluss an die Hochphase war einer der großen Seilbahnhersteller gerade insolvent gegangen (Sesitec), bei einem Weiteren kam es zu einem Eigentümerwechsel (Rixen Cableway) und ein Dritter wurde neu gegründet (Wakeparx). Ob alle Projekte in der Zeit wohl so gut bedient wurden, wie sie hätten bedient werden können? Ob interessierte, potentielle Projektkunden sich ein Stück weit verunsichert gefühlt haben? Ungewöhnlich wäre dies nicht gewesen. Umso besser dennoch, dass die Situation nun deutlich stabiler zu sein scheint.

Top 5: Die Länder mit dem meisten Wachstum in den letzten 11 Jahren

Interessant ist auch, dass es starke Unterschiede nach Ländern gibt. Absoluter Wachstumsgewinner ist Frankreich mit 46 neuen Full-Size-Wakeparks seit 2010. Wakeboarden hat sich dort rasant schnell breit gemacht und immer weiter entwickelt. Aber auch andere Länder haben ordentlich zugelegt:

01

Frankreich
46 neue Standorte

02

USA
28 neue Standorte

03

Deutschland
15 neue Standorte

04

Russland
12 neue Standorte

05

Türkei
9 neue Standorte

Moritz Grotepass, Geschäftsführer von Wakeparx: „Frankreich ist ein sehr gutes Beispiel für einen positiven Schneeball-Effekt. Die ersten Lifte in Frankreich wurden schon vor langer Zeit gebaut, dann ist jahrelang nicht viel passiert. Als die Projekte aber immer erfolgreicher wurden, hat sich das rumgesprochen – sowohl auf der Seite der interessierten Betreiber, als auch bei den Behörden. Die Genehmigungsprozesse wurden einfacher und schneller, weil es mehr positive Beispiele für erfolgreiche Projekte gab. Deshalb lege ich auch unglaublich viel Wert darauf, dass es nicht darum geht, Lifte an alle möglichen Standorte zu verkaufen. Das ist nicht unser Ziel; das ist nicht, was die Industrie braucht. Vielmehr geht es darum, die richtigen und erfolgsversprechende Projekte umzusetzen.“

56 % aller Wakeparks weltweit wurden in den letzten 11 Jahren gebaut

392 Full-Size-Standorte wurden seit dem ersten Lift in Benidorm erbaut. Davon sind ganze 220 neue Wakeparks seit 2010 entstanden – das ist eine gigantische Zahl, die eindrucksvoll zeigt, welches Wachstum Wakeboarden in den letzten Jahren hingelegt hat.

Verschweigen darf man aber auch nicht, dass 22 dieser Wakeparks (9,7 Prozent) im Zeitraum 2010-2020 zwischenzeitlich wieder geschlossen und/oder abgebaut worden sind. Ist diese Zahl erschreckend? Vielleicht ein bisschen, aber es lohnt sich ein genauerer Blick. Denn in gesetzten, erfahrenen Ländern wie Deutschland mit über 80 Standorten wurde nicht eine einzige Anlage dauerhaft geschlossen. In anderen Ländern wie der Türkei mit aktionistischen Projekten kam es dagegen zu etlichen Schließungen – während im gleichen Zeitraum Hip-Notics bei Antalya dank klarem Konzept und professionellem Geschäftsbetrieb zu einem der erfolgreichsten Wakeparks der Welt wurde.

Was glaubst du, wie sich die Wachstumszahlen erklären? Hast du die Jahre 2013 und 2016 auch als Spitzenjahre wahrgenommen? Blickst du optimistisch in die Zukunft? Wir freuen uns von dir zu hören – schreibe uns gerne an hello@insidewake.com oder ganz einfach eine Whatsapp-Nachricht.

Anmerkungen:
  • Der gezeigte Wachstums-Graph schließt Verkäufe aller Hersteller und Eigenbauten weltweit mit ein. Er berücksichtigt auch die entlegensten Länder wie Kazakhstan, Kuba oder Kuwait.
  • Wir zählen jeden Full-Size-Standort gleich – ganz egal, ob dort einer oder mehrere Lifte gebaut wurden, wird er mit der Zahl 1 angegeben.
  • Teilweise wurden Full-Size-Lifte nur gegen ein anderes Modell ausgetauscht bzw. komplett erneuert – zum Beispiel bei The Bricks in 2012, in Tel Aviv in 2013 oder bei Al Forsan in 2020. Diese Umbauten zählen bei dieser Betrachtung nicht als neue Wakeparks und wurden dementsprechend nicht berücksichtigt. Die Anzahl der installierten Full-Size-Cables ist entsprechend höher.
  • Zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass es sich bei den angegebenen Jahreszahlen um die Eröffnungsjahre der Standorte und somit nicht um Aufbau- oder Verkaufsjahre handelt.

Wir hoffen dieser Artikel hat dir gefallen.

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